
17.10.1823
Der Hoffmann (Arzt) – Friedrich Fellinger (Spediteur) – Joseph Franken (Privatsekretär) – späterer Bürgermeister von 1840 – 1872, ergreifen die Initiative zur Gründung eines Bürgervereins mit 29 Stiftern.
11.11.1823
Gründungsversammlung mit Ballotage von weiteren 49 Mitgliedern. Verabschiedung der ersten Statuten: „Einrichtungen und Gesetze des Bürgvereins zu Emmerich“. „Eintracht - Ordnung - Bürgersinn“ lautete der Wahlspruch, mit dem man das Vereinsleben und die Zukunft gestalten wollte. Betrachtet man die Reihe der Mitglieder im ersten Vereinsjahr, so finden wir hier alle Stände vertreten: Handwerksmeister, Kaufleute, Lehrer, Richter, Rechtsanwälte, Post-, Zoll-, und Gerichtsbeamte, Apotheker, Ärzte, Rentner, Förster usw. Man sieht daran, wie hier die sonst von den alten Vereinigungen geübte Exklusivität aufgegeben ist und wie sich hier alle, gleich welchen Standes, die Bürger einer Stadt zusammenfinden und wie begründet der Name „Bürger-Verein“ ist und so konnte: „...jeder gesittete Einwohner der Stadt Emmerich, welcher das 20. Lebensjahr zurückgelegt hat zur Aufnahme in Vorschlag gebracht werden“. Erste Unterkunft in einem gemieteten Lokal von Wilhelm Wilson in der Steinstraße (ehemals Hinterhaus der Spedition Spaarmann).
April 1824
Für den Sommer wird der Gruyter´sche Garten am großen Wall, für 25 Taler – jährlich – gemietet, das Gartenhaus umgebaut und mit einer Kegelbahn angelegt.
03.01.1829
Ein Gesellschaftshaus in der Hottomannstraße wird für 1275 Taler Clevisch (980 Taler, 23 Sgr. 1 Pfg. Preußisch) von Jahann van Rossum gekauft. Gleichzeitig wird das umliegende Gelände ebenfalls erworben, um hier einen Tanz- und Konzertsaal anzubauen. Das neu erworbene Haus gehört zu den schönen alten Patrizierhäusern aus dem 17. Jahrhundert.
01.05.1863
Werden weitere Grundstücke in der Nachbarschaft erworben.
06.06.1878
Wird das Areal 6 Ar, 28 qm - von der Witwe Franz van Munster - für 2970 Mark abgerundet, sodass man nun an den kompletten Neubau eines Gesellschaftshauses denken kann.
24.01.1886
Werden die Neubaupläne von der Generalversammlung verabschiedet.
25.12.1892
Bescheinigt der Polizeisergeant Eckardt dem Bauamt der Stadt, dass: „Der Bau vollständig und vorschriftsmäßig fertiggestellt sei“. Die Baukosten betragen 53.000 Mark. Zu dieser Zeit hat der Bürgerverein bereits über 200 Mitglieder.
11.11.1923
Hat der Bürgerverein zum 100. Jubiläum 335 wirkliche und 97 besuchende Mitglieder. Die steigenden Mitgliederzahlen und die vielen Aktivitäten der Gesellschaft veranlassen den Vorstand, erneute Umbaupläne in Augenschein zu nehmen.
02.05.1921
Führt Eduard Künneke sein Singspiel „Dorf ohne Glocken“ auf und hier zeigt sich, dass es in Emmerich für solche Vorstellungen keinen geeigneten Raum und keine bühnentechnischen Möglichkeiten gibt. Die steigenden Mitgliederzahlen und die vielen Aktivitäten veranlassen den Vorstand ernsthaft jetzt über den Bau einer modernen Bühne nachzudenken.
18.06.1924
Verabschiedet die Generalversammlung den Bau einer Bühne, einschließlich Schnürboden mit einer Höhe von 9,63 m, 6,60 m Breite und einer Tiefe von 7 m.
18. 12. 1924
Der Theatersaal und die Bühne werden mit der Oper „Rigoletto“ feierlich eingeweiht und von 600 Besuchern stürmisch gefeiert. Es folgen viele Opern, Operetten, Tragödien und Komödien; kein Komponist, kein Dichter darf fehlen. So wird dieser Saal des Bürgervereins mit der neuen Bühne zur guten Stube der Stadt, in dem alle wichtigen Veranstaltungen abgehalten werden.
7.10.1944
Bei dem Bombenangriff auf Emmerich wird auch das Haus des Bürgervereins dem Erdboden gleichgemacht. Damit verliert der Verein sein Haus, aber die Wurzeln der Gesellschaft kann der Krieg nicht zerstören.
1946
Neubeginn im Gasthaus Scheepers, Elsepass.
1947
Umzug in das neue Vereinslokal Roeder am Klosterberg. Dann Umzug in den europäischen Hof in der Steinstraße.
1948
Erste Vorstandswahl nach dem Krieg. Erste Karnevalssitzung im Bahnhofshotel in Elten.
1950
Der Klostergartensaal von Franz Sluyter an der ‘s-Heerenberger Straße wird zum neuen Vereinslokal.
1959
Überlegungen zu einem Neubau an der alten Stelle wird durch eine ängstliche Zurückhaltung des Vorstandes nicht verwirklicht, zumal auch die Stadt das Gelände für einen Erweiterungsbau des Krankenhauses dringend wünscht. So wird das Grundstück verkauft, und der Bürgerverein verliert seine wertvolle Immobilie. Nachdem auch die Schützengesellschaft Borussia ihr Grundstück am „Klosterberg“ verkauft und auch die Verhandlungen mit der Gesellschaft Societät zu einem gemeinsamen Haus aller drei Gesellschaften zu keinem Erfolg führen, entschließen sich Borussia und Bürgerverein den „Klostergarten“ der Familie Sluyter zu kaufen.
14.10.1970
Erfolgt die Grundbucheintragung für die neuen Besitzer des Klostergartens „Schützengesellschaft Borussia“ und „Gesellschaft Bürgerverein“ - zu je 50%. Herbert Sluyter wird nun Pächter des „Klostergartens“ und ein Hausvorstand - paritätisch besetzt aus beiden Gesellschaften - verwaltet zukünftig das neue Vereinshaus, das nun modernisiert und umgebaut wird.
01.04.1986
Das Pächterehepaar Herbert und Fränz Sluyter beenden das Pachtverhältnis und wollen sich zur Ruhe setzen. Da eine Nachfolge - nach verschiedenen Versuchen - sich als äußerst schwierig erweist, beschließen beide Vorstände den Verkauf des Objektes „Klostergarten“.
30.09.1986
Wird der „Klostergarten“ an die AGP-Haus GmbH, Greven, verkauft.
29.03.1987
Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Schützengesellschaft Borussia und der Gesellschaft Bürgerverein entscheiden sich die Mitglieder für den Saal „Hebben im Polderbusch“ als neues Domizil.